Page 296 - BOLA Profi-Laborbedarf
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 BOLA Werkstoffe ETFE – Ethylen-Tetrafluorethylen Copolymer
Teilfluoriertes Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer. Im Gegensatz zum hochmolekularen Homopolymer PTFE, das nur mittels Press- und Sintertechniken verarbeitbar ist, kann das modifizierte Copolymersat ETFE, wie schon bei FEP und PFA ausgeführt, ebenfalls thermoplastisch verarbeitet werden. D. h. dieser Kunststoff kann mit geeigneten Maschinen spritzgegossen oder extrudiert werden. Im Labor ist dieser Werkstoff als Compound mit Glasfaserbeimischung z. B. als Kappen oder Verschraubungen im Einsatz. Folien aus ETFE zeichnen sich durch eine exzellente Weiterreißfestigkeit aus. Sie sind UV-durchlässig und werden deshalb z.B. für Labor-Gewächshäuser eingesetzt, da sie das Sonnenlicht sowohl im VIS- als auch im UV-Bereich nahezu ungehindert passieren lassen.
PVDF – Polyvinylidenfluorid
Thermoplastisch, wie auch im Zerspanungsverfahren verarbeitbarer Fluorkunststoff. Gute bis sehr gute chemische Beständigkeit. Wesentlich härter und steifer als PTFE: Innerhalb der Palette an Fluorpolymeren verfügt PVDF dank der sehr hohen Festigkeit über die besten Eigenschaften als selbsttragender Konstrukti- onswerkstoff. Der Temperaturanwendungsbereich ist aber kleiner als beim „großen Bruder“ PTFE. Gegenüber anderen Fluorkunststoffen bietet PVDF in vielen Anwendungsfällen Vorteile durch die leichte Verarbeitbarkeit, seine hohen mechanischen Werte und sein niedriges spezifisches Gewicht. PVDF hat sich als der ideale Werkstoff für die Herstellung der Komponenten von Reinstwasserversorgungssystemen herausgestellt. Es ist der einzige Fluorthermoplast mit piezoelektrischen Eigenschaften.
PVF – Polyvinylfluorid
Durch das enthaltene Fluor erfolgt eine stärkere chemische Bindung als in normalen Polymeren, was zu einer deutlichen Verbesserung der Eigenfestigkeit führt. PVF zeigt im Temperaturbereich von -70 °C bis +110 °C hervorragende Eigenschaften, wobei ca. +200 °C problemlos verkraftet werden. Polyvinylfluorid enthält keine Weichmacher, ist beständig gegen Ausbleichen und lässt sich auf Grund seiner schmutzabweisenden Oberflä- che leicht reinigen. Typischerweise werden aus PVF Folien und Beutel zur Gasanalyse hergestellt.
THV – Tetrafluorethylen-Hexafluorpropylen-Vinylidenfluorid Terpolymer
THV setzt sich aus den Monomeren Tetrafluorethylen, Hexafluorpropylen und Vinylidenfluorid zusammen. Es ist derjenige Fluorthermoplast, der den Elastomeren am nächsten kommt ohne jedoch ein Vernetzungs- (Vul- kanisations-)-system zu benötigen. Der Werkstoff kann wie ein „normaler Thermoplast“ mittels Spritzguss oder Extrusion verarbeitet werden. Da die Verarbeitungstemperaturen mit ca. 200 bis 250 °C für Fluorthermo- plaste besonders niedrig liegen, kann häufig auf die korrosionsfeste Ausführung der Verarbeitungsmaschinen verzichtet werden. Hauptanwendungen im Laborbereich sind permeationsdichte Schläuche, die vor allem dann eingesetzt werden, wenn es um die Weiterleitung von Kohlenwasserstoffen bzw. Kraftstoffen oder Mineralölen geht. Im Labor und Produktionsbereich von Halbleiter- und Photovoltaik-Industrie werden Reinraum-Folien- vorhänge bzw. Sichtschutz- und Abdeckplatten für Maschinen aus THV besonders bevorzugt. Der Grund hierfür liegt im Eigenschaftsvorteil, der sich ergibt aus: geringer Entflammbarkeit, geringe Rußentwicklung beim Brennen in Fremdflammen und geringe Entwicklung toxischer Produkte im Brandfall. Alle drei Eigenschafts- vorteile werden durch die FM 4910-Zulassung ausgedrückt, die nur sehr wenige Kunststoffe, darunter THV, nachweisen können.
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 Handelsname
Fluon® ETFE Resins von AGC Chemicals Europe
Tefzel® von Chemours DyneonTM Fluorothermo- plastics ETFE von Dyneon
      Handelsname
Solef® PVDF von Solvay Kynar® PVDF von Arkema
      Handelsname
Tedlar® Folien von DuPont
 Handelsname
DyneonTM Fluorothermo- plastics THV von Dyneon
www.bola.de
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 TECHNISCHE INFORMATIONEN



































































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