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 Fluorkunststoffe – Reinigung und Wissenswertes
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Alle Fluorkunststoffe, PTFE, PFA und FEP haben eine beständige, nicht benetzbare Oberfläche, die sehr leicht zu reinigen ist. Hierzu benutzen Sie bitte keine scheuernden Reinigungsmittel, da diese die Oberfläche aufrau- en und bei Materialien wie PFA und FEP zu einer Eintrübung der Gefäß- wand führen würden. Verwenden können Sie alle gängigen Neutralreiniger (pH 7). Bei starker Verschmutzung empfiehlt sich ein alkalischer Reiniger bis pH 12. Vor dem Reinigen und Trocknen in einem Laborspülautomaten schrauben Sie bitte die Verschlüsse vollständig ab.
Reinigung und Wiederverwendung von Schläuchen
Grundsätzlich sollte ein Fluorkunststoffschlauch nach entsprechender Reinigung nur dann wieder eingesetzt werden, wenn das entsprechende Fördergut bekannt ist und in der Beständigkeitstabelle die Bewertung „+“aufweist. Unbekannte Medien und Mischungen von Chemikalien lassen eine Wiederverwendung der Schlauchleitung als nicht ratsam erscheinen. Als Reinigungsmittel bietet sich für alle wasserlöslichen Substanzen (wie z.B. Salze, Säuren, Laugen usw.) Wasser an. Leicht flüchtige Lösemit-
tel, wie Alkohole, Ester, Ketone, niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe usw. werden, sofern sie von der Schlau- chinnenschicht aufgenommen wurden, durch Lagern mit Belüftung wieder reversibel abgegeben. Beim Einsatz von Substanzen, die eventuell nur mit organischen Lösemitteln zu entfernen sind sowie von allen giftigen und gefährlichen Stoffen, sollte der Schlauch nach dem Einsatz fachgerecht entsorgt werden. Vor dem Wiedereinsatz von gereinigten Schläuchen sind die Schläuche einer Sichtkontrolle bzw. bei Unklarheit einer EN 12115 konformen Prüfung zu unterziehen.
Autoklavierbar bei +121 °C und 134 °C
Gefäße aus PTFE, PFA oder FEP können mittels Dampf bei +121 °C /
30 Minuten bzw. 134°C / 10 Minuten sterilisiert werden. Neben der Dampfsterilisation ist auch Trockensterilisation bei +160 °C möglich. Um plastische Verformungen zu vermeiden, dürfen Gefäße mit Verschraubun- gen oder Stopfen nur im geöffneten Zustand autoklaviert bzw. sterilisiert werden. Das Autoklavieren/Sterilisieren von geschlossenen Gefäßen kann zur Zerstörung der Gefäße führen. Das Sterilisieren von Gefäßen aus Fluorpolymeren mit energiereicher Strahlung, Gamma-Strahlung oder Elektronenstrahlung, empfehlen wir nicht. Hierbei kann es zu einer Minde- rung der mechanischen Eigenschaften der Fluorpolymeren kommen.
Reinigung für die Spurenanalytik
Um Kontaminationen von Kationen und Anionen in der Spurenanalytik zu vermeiden, sollten die Gefäße mit einer 1N HCL und HNO3-Lösung über max. 6 Stunden bei Raumtemperatur stehengelassen und anschließend mit gereinigtem, destilliertem Wasser gespült werden.
In Anlehnung an Prüfmethoden, die in der Halbleiterindustrie üblich sind, kann die Reinigung der Gefäßoberflächen auch durch 24-stün- diges Lagern in demineralisiertem Wasser bei 85 °C erfolgen. Auch in diesem Fall sollte anschließend mit demineralisiertem Wasser nachgespült werden.
Druckbeständigkeit von Flaschen
Aufgrund der geringen Wandstärke sollten Flaschen aus PTFE, PFA oder FEP nicht zum Arbeiten bei Überdruck oder Vakuum (Innenraum) verwendet werden. Es könnte sonst zu einer bleibenden Verformung kommen. Besser geeignet sind hierfür die Druckaufschlussgefäße auf Seite 219 oder die Mikro-Reaktionsgefäße auf Seite 210.
Kunststoffe in der Mikrowelle
Kunststoffe im Allgemeinen und Fluorkunststoffe durch ihre hohe thermische Beständigkeit im Besonderen sind für Mikrowellen geeig- net. Die Mikrowellen erwärmen lediglich den Gefäßinhalt. Zum Erhitzen von aggressiven Chemikalien, wie Säuren oder Lösemittel, haben sich Fluorkunststoffgefäße bestens bewährt. Es ist aber drauf zu achten, dass die entstehenden Dämpfe ausreichend gut abgesaugt werden. Auch das Platzen einer Berstscheibe von Druckaufschluss- gefäßen sollte man einplanen und eine kontrollierte Ableitung vorsehen. Vor dem Erhitzen von Flaschen oder Behältern müssen unbedingt die Verschlüsse entfernt werden.
Ansprechzeiten von Thermofühlern
Die Ansprechzeit eines Thermofühlers können Sie messen, indem Sie den Fühler einer stufenweisen Temperaturveränderung aussetzen und dabei messen, wie lange der Fühler braucht, um einen gewissen Anteil des endgültigen Dauerwertes zu erreichen. Normalerweise wird T50 (entspricht 50% des endgültigen Messwerts) oder T90 (entspricht 90% des endgültigen Messwerts) angegeben.
In der Praxis heißt das: Sie lassen den Thermofühler in einem Eis- wasser-Bad einen Dauerwert erreichen. Dann wird der Fühler schnell in eine Säule mit Wasserdampf gegeben und dabei der Widerstand überwacht, bis ein Dauerwert erreicht ist.
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