Nachfolgend wollen wir Ihnen eine Hilfestellung zur Auswahl von Rührern geben. Die aufgeführten Maße stellen Erfahrungswerte dar und wurden durch Versuche und Praxiserprobungen ermittelt. Die Rührelemente sind in ihrer Wirkung auf eine Drehrichtung im Uhrzeigersinn beim Blick vom Antrieb auf den Rührer konstruiert.
Der Rührwellendurchmesser richtet sich zum Teil nach den verwendeten Medien und deren Viskosität. Je höher die Viskosität um so größer sollte auch der Wellendurchmesser gewählt werden. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall immer für den größeren Wellendurchmesser; meist ist es möglich im Bereich der Aufnahme des Rührantriebes die Wellen (Spanndurchmesser) im Durchmesser zu reduzieren.
In der Praxis haben sich Wellendurchmesser von 8, 10 und 16 mm durch-gesetzt. Für normale Anwendungen bis zu einer Drehzahl von 350 U/min. und einer maximalen Länge von 600 mm erscheint ein Durchmesser von 10 mm angemessen zu sein. Bei hochviskosen Medien oder Wellenlängen über 600 mm sollte geprüft werden, ob nicht der Einsatz einer 16 mm Rührwelle sinnvoll ist. Auch müssen die passenden Rührerführungen und auch die entsprechende Aufnahmen am Rührantrieb zur Verfügung stehen.
Rührer mit mehreren schräggestellten, gewölbten, z. T. auch verwundenen Blättern. Ausführung auch mit Leitrohr. Die Rührwirkung beruht auf einer überwiegend axialen, vom Antrieb weggerichteten Strömung, auf Strömungsrichtung durch Änderung der Blattstellung oder der Drehrichtung.
R = (0,2 bis 0,4) x D
B = (1,0 bis 1,5) x R
Rührer bestehend aus einer Scheibe mit mehreren radial angeordneten rechteckigen, ebenen, mitunter auch gekrümmten Blättern. Die Rührwirkung beruht auf einer radial auswärts gerichteten Strömung mit einer axialen Ansaugung von oben und unten. Die abströmende Flüssigkeit unterliegt einer hohen Scherung.
R = (0,3 bis 0,4) x D
H = 0,2 x R
B = R
Rührer mit drei schräg angeordneten gekrümmten Rührerarmen. Die Rührwirkung beruht auf einer radialen Strömung, die durch die bodennahe Anordnung des Rührers axial umgelenkt wird.
R = (0,50 bis 0,70) x D
H = (0,12 bis 0,17) x R
B = (0,08 bis 0,18) x R
Blattrührer mit besonders schmalem Blatt. Die Rührwirkung beruht auf einer radialen und axialen Strömung. Das Rührgut wird mäßig bis stark geschert.
R = (0,70 bis 0,9) x D
H = (0,05 bis 0,1) x R
B = (0,10 bis 0,2) x R
Volles, ebenes Rührerblatt beliebiger Form. Die Rührwirkung beruht auf dem Geschwindigkeitsgefälle des vom Rührerblatt verdrängten Rührgutes im übrigen Behälterinhalt.
R = (0,4 bis 0,5) x D
H = (0,9 bis 1) x R
B = 0,3 x R
Rührer mit mehreren schräg angestellten, rechteckigen geraden Blättern (Sonderformen a2 = 90 Grad, auch gebogene Blätter). Die Rührwirkung beruht auf einer axial gerichteten Strömung, verbunden mit erhöhter Scherung. Umkehr der Strömungsrichtung durch Änderung der Schrägstellung oder der Drehrichtung.
R = (0,30 bis 0,40) x D
H = (0,15 bis 0,25) x R
B = (0,50 bis 1,00) x R
Rührer in Ankerform, der Behälterwandung angepasst, stark randgängig. Die Rührwirkung beruht auf einer vorwiegend tangentialen Strömung mit einer schwach ausgebildeten axialen Komponente.
R = (0,90 bis 0,95) x D
H = (0,50 bis 1,00) x R
B = (0,003 bis 0,005) x R
Rührer mit entgegengesetzter Blattanstellung auf einem Radialarm. Die Rührwirkung beruht auf einer axialen Strömung mit geringem Radialanteil. Entsprechend der Förderrichtung der Blätter ergibt sich in Wellennähe eine Axialströmung. Die Förderrichtung der Außenblätter wird der Rühraufgabe angepasst.
R = 0,70 x D
H = 0,20 x R
B = 0,28 x R
BOLA Rührwellen bestehen aus einer PTFE-ummantelten Edelstahlwelle und einer Rühreinheit aus Voll-PTFE. Der Edelstahlkern sorgt für die nötige Stabilität der Rührwelle und lässt eine sichere Befestigung im Rührwerk zu.
Die im Labor üblichen Glasrührwellen sind sehr bruchempfindlich. Brüche können durch Herabfallen der Rührwelle, durch feste Bestandteile des zu rührenden Produktes, oder aber durch zu hohe Kräfte bei der Kraftübertragung vom Rührantrieb auf das Produkt entstehen. BOLA Rührwellen sind gegen all diese Bruchmöglichkeiten durch den massiven Edelstahlkern geschützt.
Durch den dicken PTFE-Überzug kommt das Medium ausschließlich mit PTFE in Berührung. Die chemische Beständigkeit ist daher nahezu universell. TFE-überzogene Edelstahl-Rührwellen können selbst dort eingesetzt werden, wo PP (Polypropylen)-, Glas- oder Edelstahl-Rührwellen längst vom Medium angegriffen werden.
Rührwellen aus PP (Polypropylen) werden bei Temperaturen über +100°C weich und können daher nicht mehr verwendet werden. PTFEüberzogene BOLA Rührwellen sind bis +250°C einsetzbar. Die chemische Beständigkeit wird nicht durch die hohe Temperatur gemindert.
Glas- und Edelstahl-Rührwellen neigen dazu, Produkte an der Oberfläche anzulagern, besonders wenn es sich hierbei um Farb- oder Klebstoffe handelt. Ganz anders bei den BOLA Rührwellen. PTFE ist extrem antihaftend und verhindert weitgehend das Anlagern von Farb- oder Klebstoffen.
Die meist verbreiteten Rührwellen im Labor sind derzeit aus Glas hergestellt. Die von uns gefertigten PTFE überzogenen BOLA Rührwellen sind im Rührwellendurchmesser, in der Oberflächenbeschaffenheit sowie in der Länge mit den Rührwellen aus Glas (KPG) identisch. Der Anwender kann daher seine Glas-Rührwellen gegen Rührwellen aus PTFE austauschen und seine Rührwerke/Antriebe, Kupplungen und Führungen weiter verwenden.
Am oberen Ende der BOLA Rührwelle befindet sich der Spanndurchmesser aus Edelstahl. Hier können Sie per Rührwerksfutter oder per Rührkupplung die Rührwelle fest und sicher fixieren.
Die Rühreinheit selbst ist nachlaufsicher mit der Welle verankert. Das bedeutet, dass sie nach dem Abschalten des Rührwerks nicht vom nachdrehenden Medium gelöst wird. Die Rührwellen sind daher für Rechts- und Linkslauf geeignet.